Wie funktioniert unsere Stromversorgung?

Leute, wir sind alle Energiejunkies. Wir brauchen unsere Energie. Immer und überall. Gas für die Heizung, Benzin & Diesel für unser Auto und Strom für unseren TV & Computer. Damit es uns gut geht und wir bequem leben können. Besonders Strom ist für uns die Energieform, die wir am meisten lieben. Wir können nämlich diese Energieform in alle „minderwertigeren“ Energieformen umwandeln: ein Heizlüfter wandelt Strom in warme Luft um, ein Elektroauto in Bewegung und unsere Lampen in Licht. Ziemlich nice, weil der Strom einfach immer aus der Steckdose kommt – egal wann.

Habt ihr euch schon mal Gedanken darüber gemacht, wie das eigentlich funktioniert? Ihr steckt egal wann und egal welches Gerät an die Steckdose an und es hat Saft. Das wäre so, als würdet ihr egal zu welcher Uhrzeit ein Paket bestellen und der Paketbote steht sofort vor eurer Tür. Wäre schon schön. Beim Strom ist aber… wirklich so!

Stromgeschwindigkeit

Unser Strom fließt nämlich mit Lichtgeschwindigkeit (= 299.790 Kilometer pro Sekunde) über die Leitung zu uns. Wenn der Strom entlang unseres Erdäquators (= 40.075 Kilometer) fließen würde, würde er innerhalb einer Sekunde knapp 7,5 mal unsere Erde umrunden. Krank.

Heißt für uns: immer wenn wir Strom abzapfen wollen, muss genau in diesem Moment mindestens genau diese Menge Strom vorhanden sein. Natürlich fragt euch Niemand: „Hey brauchst du Strom? Ich hab was!“. Sondern darum kümmert sich der Stromnetzbetreiber, der immer sicherstellt, dass jeder von uns genug Stoff… äh Strom bekommt. Das weiß der Netzbetreiber dank der Messgröße „Hertz“. Und nein, ich mein damit nicht eure Blutpumpe. Sondern die Schwingung des Stroms. Denn das Stromnetz wird i.d.R. mit Wechselspannung betrieben. OH GOTT PHYSIK! Gar nicht wild: das heißt einfach nur, dass der Strom hin und her schwingt, während er über die Leitung fließt. Je öfter er das innerhalb einer Sekunde macht, desto höher ist die Messgröße Hertz. Bei unserem Stromnetz sind das 50 Hertz (= 50 Schwingungen pro Sekunde). Veranschaulichen kann man das auch mit einem schneller oder langsamer blinkenden Licht:

Von Sbyrnes321 – Eigenes Werk, Gemeinfrei, Link

Und wieso ist das jetzt wichtig?

Weil die Hertz-Anzahl geringer wird, wenn zu wenig Strom über das Netz fließt. Und höher wird, wenn zu viel Strom über das Netz fließt. Der Netzbetreiber versucht also immer genau die 50,00 Hertz zu halten. Das ist ein Zeichen dafür, dass Alle genau die Menge Strom bekommen, die auch gebraucht wird – nicht mehr und nicht weniger. Und alles in Lichtgeschwindigkeit.

Und wie schafft man das?

Das schafft man nur, wenn es genug Kraftwerke gibt, die man regeln kann. Die Kraftwerke erzeugen halt mehr Strom, wenn ihr mehr braucht. Und weniger, wenn ihr weniger braucht. Das kann man beispielsweise ganz gut mit fossilen Energien ermöglichen: einfach mehr oder weniger Kohle in den Ofen schütten. Aber es gibt sehr viele unterschiedliche Möglichkeiten, auf die ich vielleicht in einem anderen Beitrag nochmal genauer eingehe.

Was soll ich jetzt mitnehmen?

Seid euch einfach im Klaren, dass selbst die kleinste Menge Strom immer genau in diesem Moment da sein muss. Strom wird dabei aus verschiedenen Quellen bereitgestellt. Wenn unser ganzer Strom aus erneuerbaren Energien stammen würde, müsstet ihr euch keine Gedanken machen. Ist aber leider nicht so. Knapp 50% werden immer noch durch Kohle-, Gas-, Öl- und Kernkraftwerke erzeugt. Und genau die arbeiten auf Hochtouren, wenn ihr z.B. in der Nacht anfangt zu waschen oder einen Heizlüfter anschaltet. Weil nachts die Solaranlagen keinen Strom produzieren und es vielleicht auch dann gerade keinen Wind gibt. Deshalb ist es ähnlich wie mit Lebensmitteln auch in der Energiewirtschaft:

1. Energiesparen: „Was nicht benötigt wird, muss auch nicht erzeugt werden.“
2. Energieeffizienz: „Möglichst wenig wegschmeißen.“
3. Erneuerbar: „Das wirklich Benötigte nachhaltig und sauber erzeugen.“